Tag Archives: Begegnungen

Gérard

Geräuschvoll näherte er sich von hinten, seine Schritte ein ungleichmäßiges Schaben auf nassem Boden. Er überholte sie links, zu schnell, zu unbedacht und kollidierte beinahe mit dem Pärchen, das ihnen entgegenkam. Sie erhaschte nur einen raschen, unzuverlässigen Blick: Er war … Continue reading

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Zwischen Bierflaschen das Leben

Während fast überall Fernseher in den Straßen stehen und König Fußball seine Untertanen in die Cafés und Bars lockt, bleibt der Boxhagener Platz angenehm zeitlos. Als wäre dies eine Zone unberührt von Brot und Spielen, unvergiftet trotz einer gutbürgerlich wirkenden … Continue reading

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Fundstück: Versöhnung in Ostwestfalen

(Versöhnung ist ein großes Wort, das mir immer schien wie etwas, das sich nicht in Aktivität erzeugen lässt, sondern aus Passivität erwachsen muss – mit der Zeit. Und heute fand ich dazu ein Beispiel aus meinem Leben. Ich entdeckte das … Continue reading

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Aspekte einer Existenz

(Diesen Text habe ich im vergangenen Jahr geschrieben, inspiriert von Brigitte Reimann, deren Tagebücher mich fasziniert, bewegt und beflügelt haben. Sie stellte sich der Zerrissenheit zwischen Sein und Nicht-Sein, blickte der Verantwortung ins Auge, die das Leben als Schriftstellerin in … Continue reading

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Das Krähenkind

Die Krähe, sagt man, sei ein Symbol sowohl für das Leben als auch für den Tod. Ihr krächzender Schrei ist Träger einer wichtigen Botschaft. Als eine Art Schwellenwächter zwischen hell und dunkel, steht sie sinnbildlich als Bote für das Unbewusste. … Continue reading

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Mutter Erde und ihre Kinder

Letzte Woche bekam ich eine SMS von meinem Freund. „Unglaublich. Sieh‘ dir das an, du musst herkommen“, schrieb er und hängte ein milchig-weißes Foto an, auf dem sich ebenso unscharf ein paar dunkle Flecken abzeichneten. Der Tag war von niederdrückender … Continue reading

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Die Lebendigkeit der Dinge

Als sich Karlsson vom Dach vor einigen Jahrzehnten ein Bettlaken überwarf, um eine heldenhafte Jagd auf Einbrecher zu starten, begann meine Liebe zu Gespenstern. Mit lautem „Hui-Buuu“ rauschte der kleine dicke Mann hinter den zwei Halunken her und ich war … Continue reading

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Das Glück der leeren Stunde

Mein Morgen streckt sich nun schon seit einem halben Tag bis in den Mittag hinein. Erwacht vor der Sonne habe ich den Zauber früher Momente wieder entdeckt. Wie konnte ich vergessen, dass die reinen und frühen Stunden des Tages wie … Continue reading

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Die Kriegsdienstverweigerin

Als ich heute Morgen in das größere von zwei Zimmern kam und die Sonnenstrahlen auf dem schief gewachsenen Dielenboden weilen sah, disponierte ich um. Ich öffnete die Balkontür und füllte das Zimmer mit eisiger Luft. Aus der Küche holte ich … Continue reading

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Jakob und ich

Er stand zwischen zwei Bäumen neben einer Litfaßäule, den Kopf weit in den Nacken gebogen, die Arme weit ausgebreitet und verharrend wie sein eigenes Standbild. Ich hatte mich gerade bücken und meine Hände in den Herbst tauchen wollen, als seine … Continue reading

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