Meine erste Mikrogeschichte

Wer nun erwartet, dass ich heute – wie versprochen – verrate, wo ich letzte Woche in das „ergraute und faltige Antlitz der Zeit“ blickte, den muss ich leider enttäuschen. Ich war bis eben mit zwei Text-Aufträgen beschäftigt, die es mir ermöglichen, endlich auch mit dem literarischen Schreiben Geld zu verdienen. Die Geschichte über das Erwachen aus der Passivität braucht ein paar Zeilen mehr – vor allem aber einen frischen Geist.

Doch Zeitknappheit und Erschöpfung haben auch etwas Gutes, denn mein Wille wieder in meinen Wochenrhythmus einzusteigen, führt nun dazu, dass ich heute eine neue Form der Literatur ausprobieren werde: die Mikrogeschichte. Erstmals hörte ich durch den „Verlag für Kurzes“ davon. Laut deren Internetseite sind Mikrogeschichten „(…) sehr kurze Geschichten, die aus nur wenigen Sätzen bestehen, manchmal sogar nur aus einem Satz.“

Ganz einfach also. 😉 Bei einer befreundeten Autorin las ich etwas von zwei Minuten. Und genau das mache ich jetzt: Meine Uhr stellen und schauen, was dabei herauskommt. Unzensiert die Worte fließen lassen. Sie sich selbst erzählen lassen. Das wird doch auch endlich mal ganz dem experimentellen Teil dieses Blogs gerecht, der bisher etwas zu kurz kam. Auf geht’s:

[… zwei Minuten später …]

Voilà! Hier ist sie also – meine erste Mikrogeschichte:

Sie  hielt die Lippen zusammengepresst. Kein Wort durchdrang die Stille. An der Wand tickte eine Uhr. Als sie aufblickte, war die Zigarette in ihrer Hand erloschen. Sie atmete auf. Auf manche Dinge war Verlass.

 

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