Gérard

Geräuschvoll näherte er sich von hinten, seine Schritte ein ungleichmäßiges Schaben auf nassem Boden. Er überholte sie links, zu schnell, zu unbedacht und kollidierte beinahe mit dem Pärchen, das ihnen entgegenkam. Sie erhaschte nur einen raschen, unzuverlässigen Blick: Er war von grober Statur, kantig in den Umrissen, die Haare licht, der Mantel leicht. Unauffällig die Aura, raumgreifend der Gang. Sein Oberkörper schwankte unstet von einer Seite zur anderen, wie er sich vorwärts pendelte und schließlich vor ihr in der Dämmerung verschwand.
»Gérard«, wollte sie rufen. Und nochmal: »Gérard«. Wollte ihn halten. Ihn und diese vertraute Entrücktheit, die ihn umgab.
Aber sie kannte niemanden, der Gérard hieß.

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